Künstlicher Horizont aus der „Landshut“

Das für die Steuerung des Flugzeugs unverzichtbare Instrument musste nach der Stürmung der „Landshut“ durch die Einheiten der GSG 9 entfernt werden. Ein Streifschuss hat den künstlichen Horizont am Gehäuse beschädigt.

Zur Vorbereitung der Befreiungsaktion lockten Hans-Jürgen Wischnewski als Staatsminister des Kanzleramts im Auftrag der Bundesregierung und der Psychologe Wolfgang Salewski die Entführer ins Cockpit des Flugzeugs. Auf diese Weise ließen sich für die Befreier die Geiseln leichter von den Entführern unterscheiden. Als die Spezialisten der GSG 9 den Anführer der vier Palästinenser zu überwältigen versuchten, löste sich ein Schuss, der seine Spuren rechts am unteren Rand des Gehäuses hinterließ. Der künstliche Horizont war somit nicht mehr geeicht und musste gegen ein neues Instrument ausgetauscht werden. Auch die Innenausstattung des Flugzeugs wurde nach der fünftägigen Odyssee der Geiseln teilweise ersetzt. Vieles war nicht mehr für den Flugbetrieb einsatzfähig und musste entsorgt werden.

Ein wachsamer Zeitgenosse hatte den künstlichen Horizont in seinem dokumentarischen Wert für die Entführungsgeschichte erkannt. Er rettete das Instrument vor der Verschrottung. Jahre später gelangte der künstliche Horizont in den Besitz des Co-Piloten der „Landshut“, Jürgen Vietor. Für ihn ist das Instrument ein ganz besonderes Erinnerungsstück. Es half ihm während der sechs Flugetappen innerhalb von fünf Tagen den Überblick zu behalten. Zugleich erinnert es auch die Befreiung der „Landshut“ und den Tod des Anführers der vierköpfigen Kidnapper-Gruppe.

Nach den Reparaturarbeiten nahm die „Landshut“ 1977 wieder am Flugverkehr teil. Der Alltag löste somit die traumatischen Erlebnisse der Flugzeugentführung ab. Auch Jürgen Vietor stieg wenige Wochen nach der Befreiungsaktion wieder in die „Landshut“ ein und steuerte sie sicher – dann aber mit einem neuen künstlichen Horizont.


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